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NEUE ARTIKEL:

Andreas Wildt: Stirb und werde!
Die Vergegenwärtigung des eigenen Todes in spirituellen Traditionen und in der zeitgenössischen Psychotherapie

Ulrich Sollmann: Knapp lebendig
Die körpersprachlichen Analysen der Bundeskanzlerkandidaten im Wahlkampf 2002

Peter Geißler: Intersubjektives Feld, Vitalitätskonturen, präsentisches Verstehen…
Erste Überlegungen zu einer erweiterten Selbst-Psychologie. Ein Arbeitspapier.

Peter Geissler: Der Körper als Ort der Beziehungsinszenierung
Arbeit IN der Übertragung, Arbeit AN der Übertragung
Zwei kurze Arbeitspapiere

Peter Geißler: Der präverbale Handlungsdialog
Videomikroanalyse der frühen Interaktion als Ausgangspunkt für eine erweiterte Betrachtung unbewusster Prozesse

TERMINE:

Start: Weiterbildung körpertherapeutische Krisenbegleitung von Babys und Kleinstkindern in Süddeutschland MEHR
und viele weitere Termine für Kongresse, Tagungen, Weiterbildungen für Therapeuten MEHR

ANDREAS WILDT: Stirb und werde!

Die Vergegenwärtigung des eigenen Todes in spirituellen Traditionen und in der zeitgenössischen Psychotherapie
Der modernen Kultur der fortschreitenden technischen Beherrschung gilt der Tod ausschließlich als ein Feind, der bekämpft und irgendwann in der Zukunft auch besiegt werden soll. In vielen traditionellen Weltbildern und Religionen ist demgegenüber die Überzeugung wirksam, dass die Annahme und Vorwegnahme des eigenen Todes für persönliche Reifung und Heilung grundlegend sind astrologie de la lune. Diese Überzeugung prägt seit C. G. Jung auch wichtige Strömungen der heutigen Psychotherapie. Vor allem körperbezogene Formen von Psychotherapie haben Methoden zur anschaulichen und emotionalen Vorwegnahme des eigenen Todes entwickelt, die neue Dimensionen der Selbsterfah-rung, persönlichen Entwicklung und Heilung eröffnen.

Die Auseinandersetzung mit dem Tod ist grundlegend für menschliches Leben. Die Menschen unterscheiden sich von anderen Primaten nicht prinzipiell durch die Fähig-keit zum Gebrauch oder zur Herstellung von Werkzeugen oder zum Erwerb von Sprachen, aber anscheinend durch die Praxis der Beerdigung toter Artgenossen. Die menschliche Kultur lässt sich u.a. als ein vielfältiger Versuch verstehen, die Angst vor den To-ten und vor dem eigenen Sterben zu bewältigen. Religiöse Praktiken und Glaubenssysteme, vom Schamanismus über die Mythen bis zu den Hochreligionen, lassen sich einerseits als ebenso viele Versuche verstehen, die Todesangst zu bekämpfen und das Wissen um die Sterblichkeit abzuwehren, andererseits aber auch als Weisen, die menschliche Sterblichkeit zu akzeptieren und durch die Vorausnahme und Vergegen-wärtigung des eigenen Todes bewusster, reifer und lebendiger leben zu können.

Schon in frühen Gesellschaften gab es offenbar Personen, die wesentlich aufgrund ihrer besonderen Beziehung zum Tod wichtige Funktionen in der Gemeinschaft übernehmen konnten. So kann jemand zum Schamanen, also zum Heiler, Zauberer und Lehrer vom Jenseits und von der Weisheit der Ahnen, nur dann werden, wenn er durch eine lebensgefährliche Krankheit, durch psychotische Episoden oder durch andere, außergewöhnliche Erfahrungen gelernt hat, den Verlust seines alltäglichen Selbsts zu akzeptieren und besondere Ressourcen zu entdecken, vor allem die Fähigkeit, in andere Realitätsbereiche zu reisen und mit Geistern zu kommunizieren. Aber nicht nur die besondere Initiation zum Schamanen, auch die allgemeinen Initiationen, die jedes Mitglied archaischer Gesellschaften durchmacht, wie die Pubertätsriten, enthalten wesentlich eine Konfrontation mit dem Tod.

Zur Biographie des Helden, wie sie in den Mythen aller Völker dargestellt wird, gehört die Reise ins Land der Toten, in die Unterwelt. In der griechischen Mythologie, die die abendländische Kultur wesentlich geprägt hat, wird das besonders an den Gestalten des Herakles, Theseus, Orpheus und Odysseus deutlich. Die Riten der antiken Mysterienkulte beruhen auf dem Mythos des Raubs der Demeter/Persephone/Kore durch den Totengott und ihrer Befreiung und konfrontieren so jeden Adepten mit den Themen von Tod und Wiedergeburt. Der ägyptische Sonnengott muß jede Nacht den Kampf mit der Meeresschlange der nächtlichen Unterwelt bestehen, um am nächsten Morgen wieder am Himmel erscheinen zu können.

Östliche, vor allem buddhistische Meditationstechniken zielen auf eine Transzendierung des Ichs, einen Ichtod, der dem Prozeß des physischen Sterbens analog ist. Im tibetanischen Totenbuch werden die mentalen Phasen des Sterbeprozesses und Techniken zur Erlangung von Erleuchtung im Tod detailliert beschrieben. Jesus Christus kann die Menschen nur dadurch von ihren Sünden, d.h. vom Tod ihrer Seelen, erlösen, dass er es ohne Gegenwehr akzeptiert, hingerichtet zu werden. So heißt es am populären Beginn der orthodoxen Osterliturgie: “Christus ist auferstanden von den Toten, indem er den Tod durch den Tod besiegt hat.”

Platon hatte gelehrt, die eigentliche Aufgabe der Philosophie bestehe darin, die Trennung der unsterblichen Seele im Tod von dem sterblichen Körper vorwegzunehmen und einzuüben. Diese Idee vom Philosophieren als Sterbenlernen wurde von den stoischen Philosophen auch unabhängig von der platonischen Lehre von der Unsterblichkeit der individuellen Seele weitergebildet. Daran anknüpfend entwickelte die christliche Kultur ihre “ars moriendi”, eine Kunstlehre der Sterbebegleitung, Sterbevorbereitung und der Annahme des Sterbens, die nach der Religionskritik der Aufklärung teilweise verloren ging und in unserer Zeit wiederbelebt worden ist.

Am Beginn der modernen Psychotherapie, bei Freud, spielte die Auseinandersetzung mit der eigenen Sterblichkeit kaum eine Rolle, obwohl Freud dann mit seiner Theorie des “Todestriebs” das Thema des Todes in das Zentrum seiner Theorie stellte. Jung lehrte demgegenüber, dass die Antizipation des eigenen Todes für persönliche Reifung und seelische Heilung grundlegend sei. Dabei berief er sich nicht nur auf seine therapeutischen Erfahrungen, sondern auch auf beinahe vergessene spirituelle Traditionen, vor allem auf die der Alchemie.

Zu einem zentralen Thema der Psychotherapie wurden Tod und Sterben in den letzten Jahrzehnten im Einflussbereich der Existenzphilosophie und der humanistischen Psychologie. In der existenziellen Psychotherapie von Irvin D. Yalom ist die Auseinandersetzung mit der eigenen Sterblichkeit und der Todesangst die wichtigste Aufgabe. Yaloms therapeutisches Credo lautet hier: “Obwohl die Physikalität des Todes den Menschen zerstört, rettet ihn die Idee des Todes.” Bei Yalom und Elisabeth Kübler-Ross hat sich vor allem die Arbeit in Gruppen mit Einschluß von Patienten mit lebensbedrohlichen Krankheiten als wirkungsvoll erwiesen. Auch Stanislav Grof hat seine LSD-gestützte Gesprächspsychotherapie, in der der Zusammenhang von Geburt und Tod das zentrale Thema war, an Krebspatienten entwickelt. Therapeutisch wirkungsvoll ist auch die Auseinandersetzung mit sog. Nah-Tod-Erfahrungen bei tiefen physiologischen Krisen, Unfällen, Selbstmordversuchen usw. Die Gestalt-, Hypno- und Körperpsychotherapie nutzt in Anknüpfung an Jung “aktive Imaginationen” oder geführte Phantasiereisen zur sinnlichen Vergegenwärtigung des eigenen Todes in Bildern und Gefühlen.

Paul Rebillot hat Programme für mehrtägige SelbsterfahrungsWorkshops entwickelt, in denen Grundthemen der Mythologie wie die Heldenreise oder Tod und Wiedergeburt mit künstlerisch-kreativen und psychotherapeutischen Mitteln wie Tanz, Musik, Malen, Phantasiereisen, Körperarbeit, Rollenspielen, Ritualen und psychodramatischen Inszenierungen gestaltet und emotional und verbal bearbeitet werden. Aus eigener Erfahrung mit solchen Workshops kann ich sagen, dass eine sorgfältig vorbereitete Konfrontation mit dem eigenen Tod - in einer angeleiteten Imagination im Rahmen eines Rituals in einer therapeutischen Gruppe - es möglich macht, tiefste Ängste vor dem Untergang in Dunkelheit, Wasser und Einsamkeit zu akzeptieren und die in der Phantasie erlebte Zerstörung des eigenen Körpers solange mit Gelassenheit zu betrachten, bis sich ein neuer, völlig unerwarteter Weg ins Leben eröffnet. Eine solche Erfahrung kann therapeutisch sehr wirkungsvoll sein, etwa zur Reduzierung von Ängsten oder zur Befreiung von inneren Zwängen und Abhängigkeiten, die bis dahin unauflösbar erschienen.

Unter dem Titel “Stirb und werde”, der dem Gedicht “Selige Sehnsucht” aus dem “West-östlichen Diwan” von Goethe entnommen ist, biete ich gemeinsam mit Elizabeth Marshall Gruppen zum Thema Lebensbilanz, Abschied, Vergegenwärtigung des eigenen Todes und Neubeginn an. In diesen Gruppen ist immer ausreichend Raum dafür, die Erfahrung, die Gedanken, Phantasien und Gefühle der Teilnehmer mit Hilfe der beiden Therapeuten zu bearbeiten.

Literatur:

St. Grof/ J. Halifax (1993), Die Begegnung mit dem Tod
I.D. Yalom (2000), Existenzielle Psychotherapie
St. Keleman (1999), Lebe dein Sterben
E. Kübler-Ross (2001), Befreiung aus der Angst. Berichte aus den Workshops “Leben, Tod und Übergang”
P. Rebillot (1997), Die Heldenreise. Das Abenteuer der kreativen Selbstentdeckung
K. Ring/ E. Elsaesser-Valerino (1998), Im Angesicht des Lichts. Was wir aus Nah-Tod-Erfahrungen für das Leben gewinnen
S. Rinpoche (1999), Das tibetische Buch vom Leben und vom Sterben
Todesnähe. Interdisziplinäre Zugänge zu einem außergewöhnlichen Phänomen (1999), hg. v. H. Knoblauch/ H.-G. Söffner

“Es muß das Herz bei jedem Lebensrufe
Bereit zum Abschied sein und Neubeginne,
Und jedem Anfang wohnt ein Zauber inne,
Der uns beschützt und der uns hilft zu leben.
Es wird vielleicht auch noch die Todesstunde
Uns neuen Räumen jung entgegensenden,
Des Lebens Ruf an uns wird niemals enden…
Wohlan denn, Herz, nimm Abschied und gesunde!”
(Hermann Hesse)

“Lerne sterben, so wirst du leben,
denn niemand wird leben lernen,
der nicht gelernt hat zu sterben.”
(“Das Buch von der Kunst zu sterben”)

ULRICH SOLLMANN: Knapp lebendig

Die Sprache, der Körper

Körpersprache drückt sich im Verhalten der Menschen aus und ist ein wesentlicher Wirkfaktor in der zwischenmenschlichen Kommunikation. Politische Macht wirkt über Entscheidungen, die getroffen werden, aber auch über die Kommunikation politischer Inhalte. Da sich diese Inhalte immer mehr angleichen, fällt es den WählerInnen immer schwerer trennscharfe Unterschiede festzustellen. Sie schauen daher deutlicher auf die Performance der Politiker, auf ihren nonverbalen Auftritt.

Das gelockerte Korsett des 2. TV-Duell (auch wenn die Regeln nicht geändert wurden) erleichterte den schnelleren Schlagabtausch der beiden Kontrahenten. Beide zeigten sich spontaner, kontaktfreudiger und angriffslustiger. Auch wenn Alice Schwarzer das Duell im anschließenden Kommentar als „fatal steril“ erlebt hatte und „die Kandidaten für plattgecoacht“ erklärte, sind aus körpersprachlicher Perspektive betrachtet eindeutige Kommunikationsmuster sichtbar geworden:

Kanzler Schröder als Choreograph (Schröder)

Kanzler Schröder choreographiert, so wie man es von ihm als Medienkanzler gewohnt ist, mit charmantem Lächeln, ruhigen Gesten das zweite TV-Duell. Er steht in sich geerdet hinter seinem Pult und wendet sich während des Gesprächs in der Regel dem jeweiligen Gesprächspartner so zu, wie man es im Alltag üblicherweise macht., mit dem Blick und dem ganzen Körper und bleibt, so lange er zu jemandem redet, mit dem Blick bei diesem Menschen. Mal wiegt er nachdenklich den Kopf. Mal unterstreicht er durch seine differenzierte, ruhige Gestik seine Ausführungen. Während Mimik und Betonung den Feinschliff setzen. So spielt er nicht nur auf der Klaviatur der Möglichkeiten, sondern gewinnt auch durch den Ausdruck seiner Gesamtgestalt. Er strahlt souveräne Ruhe, aber auch Konsequenz aus, die er insbesondere durch das situative Wechselspiel von Betonung und Pausen regelt.

Auf der Beziehungsebene glänzt Schröder gleich von Anfang an durch die charmante Art und Weise, gleich mit seiner ersten Antwort die beiden Moderatorinnen zu sich ins Boot zu holen . Gleichzeitig stellt er dem Fernsehpublikum seine kritische Selbstreflexion unter Beweis. Er habe schließlich gerade durch die Zuschauerkritik nach dem ersten Duell persönlich viel gelernt. Er zeigt sich kooperativ und schwingungsfähig, lässt bei einer Unterbrechung seinem Kontrahenten mit einem freundlichen „Bitteschön“ weiterhin den Raum zum Reden. Spätere Attacken und Vorwürfe von Seiten Stoibers federt er persönlich ab, ohne sich persönlich zu ereifern und mit dem Herausforderer zu verhakeln. Statt dessen bietet Schröder Erklärungen und sorgt durch seine einfache und bildhafte Sprache für Transparenz. Richtet sich aber nicht selten gerade dabei an die beiden Moderatorinnen, nicht an Stoiber. Er unterbricht Stoiber, ohne seine Souveränität zu verlieren. Das schrödersche „darf ich auch mal“ lässt Stoiber schließlich sofort verstummen…

Schröder unterstreicht durch das feine Wechselspiel von Durchsetzungsstärke und „langer Leine“ seine Führungskompetenz. Gleichzeitig beugt er sich, wie er betont, der von ihm explizit gesuchten, gesellschaftlichen Legitimation. Humorvoll schließlich gratuliert er Stoiber zu dessen Schattenkabinett und korrigiert mit einem süffisanten Lächeln das stoibersche 63- DM-Gesetz.

Im Schlussstatement trumpft Schröder schließlich auf und besiegt Stoiber mit dessen eigenen Waffen, indem er aus dem Klischee des sogenannten Befürworters der Ich-AG schlüpft. Er wolle, und das sei Schröders tiefe Überzeugung, auch weiterhin aus der Kraft schöpfen, die er während der Flutkatastrophe bei den Menschen in ganz Deutschland erlebt hatte. Dabei spricht er bewußt nicht mehr in der Ich-Form , sondern ordnet sich dem allgemeinen „Wir“ unter. Dem „Wir“, das die Unionsparteien, im Sinne einer Unterscheidung zur SPD, zum Wahlkampfmotto gemacht hatten. Und das Stoiber im ersten Duell für sich pachten wollte.

Stoiber: Angriffsspieler, aber keine Spielführer

Der Herausforderer Stoiber steht aufrecht aber eher versteift mit gekrallten Händen an seinem Rednerpult. Man könnte annehmen, er hätte Angst, alleine auf seinen eigenen Beinen zu stehen. Auch wenn er sich mit seinem Blick zu Schröder hin wendet, tut er dies lediglich mit den Augen, mit dem Kopf und nicht mit dem Rumpf. Er lächelt weniger, stellenweise noch im unpassenden Moment (z.B. beim Thema Krieg, Terroranschlag). Blickt er ernst, beherrscht seine tiefe Stirnfalte voller Skepsis und Widerspruch sein Gesicht. Mal blickt er indifferent, mal leicht abwesend mit schmalen zusammen gepreßten Lippen. Immer wieder blinzelt er. Und man weiß nicht, ob es das Licht ist, das ihn blendet oder der große Stress in den Augen, weil er der Aufforderung nachkommt, den Blickkontakt zu halten.
Auf der Beziehungsebene zeigt sich Stoiber bemüht zugewandt. Er will moderat und selbstsicher bleiben, scheint aber nicht genügend in sich selbst geerdet zu sein. Seine Sätze sind durchweg zu lang, zu kompliziert, gegen Ende des Duells zu schnell ausgesprochen. Er unterbricht Schröder und die Moderatorinnen, und erweist sich dabei als guter Kämpfer. Stoiber macht Schröder Vorwürfe. Er attackiert ihn, wirkt aber gelegentlich dabei wie ein Störer im Hintergrund, der nicht zum Zuge kommt.

Mal wirkt er dann wie ein Prediger, der überhaupt nicht auf die an ihn gerichteten Fragen antwortet. Stoiber ist nicht im Dialog mit Schröder, nicht im Dialog mit den Moderatorinnen, nicht im Dialog mit dem Publikum. Als Herausforderer folgt er seiner Strategie, nämlich Schröder zu attackieren, um sein Thema Arbeitslosigkeit zu besetzen. Und er kämpft gut! Seine gebremste Aggression zeigt er, indem er, mit seinen Händen am Pult festgekrallt, nur mit dem drohenden linken Zeigefinger auf Schröder zeigt. Er nennt aber dabei weder „Ross noch Reiter“. Schließlich kommt es kurze Zeit später beinah noch zu einer psychologischen Fehlleistung, zum Vergessen des Namens seines Gegenübers („…Herr Ministerpräsident a. D., Herr Kanzler,…Pause…äh …Schröder“).

Kurz darauf, es geht jetzt um das Thema Arbeitslosigkeit, wird er während seiner dauerhaft wiederholten Vorwürfe von Frau Christiansen ausgebremst. Sie entzieht Stoiber das Wort, reicht es weiter an Schröder, um von ihm zu erfahren, was gegen die hohe Arbeitslosigkeit zu tun sei. Stoiber, der gerade dieses Thema besetzen wollte, lässt sich die Verfügung über sein Thema einfach aus der Hand nehmen. Ist dies, so kann man sich berechtigter Weise fragen, die Auswirkung einer möglichen Retraumatisierung? Eine Folge der beschämend wirkenden Erfahrung aus dem Januar-Talk mit Frau Christiansen, als er sie Frau Merkel nannte.

Stoiber ist trotz einiger überzeugender Gesten unflexibel und reagiert eher in seinen alten Mustern. Im Schlussstatement wirkt er ungemein angespannt, wenn er gerade von Offenheit und Toleranz erzählt. Er wirkt wieder wie angeknipst und ist sich selbst nicht mehr treu. Denn ganz im Unterschied zum Wahlkampfmotto der Union, nämlich dem Teamgeist, dem „Wir“, verliert er sich in deutlich betonten Ich-Aussagen.

Thema versus Kontakt

Beide Kontrahenten zeigen sich körpersprachlich so wie sie sind. Stoiber will das Thema Arbeitslosigkeit besetzen und fährt die Strategie des Angriffs. Dies, wenn man Marketingstrategen Glauben schenkt, ist aber in den Wirtschaft nicht gerade beliebt , sondern eher verpönt. Angeblich könne man nämlich, so die Werbung, nur dann glaubwürdig punkten, wenn man deutlich und substantiell nach vorne schaut.

Schröder ruht sich hingegen nicht auf der Rolle des souveränen Staatsmanns aus, sondern zeigt sich als Gestalter der Situation im Studio. Er agiert als Choreograph. Dies gelingt ihm gerade aufgrund seines intuitiven Talents, sich auf Menschen und Situationen einlassen zu können. Man sieht es ihm an und man glaubt ihm.

Seine Strategie ist es, nicht an der Strategie festzuhalten, während Stoiber auf die geheime Regieanweisung fixiert bleibt, seiner Angriffsstrategie mit der „Themenwaffe“ Arbeitslosigkeit treu zu bleiben.

Beide Politiker zeigen sich als engagierte Menschen, als leidenschaftliche Politiker. Knapp lebendig, wie der Körperspracheexperte Samy Molcho sie im ZDF-Kommentar charakterisiert hat, konturieren sich die Kontrahenten nonverbal und kommunikativ so deutlich, dass die Umfrageergebnisse ganz im Unterschied zum ersten Duell klare Meinungsunterschiede aufzeigen. Menschen schauen auf die Anmutung von Politikern, wenn sie keine politischen Unterschiede mehr wahrnehmen können. Sie suchen nach Schlüsseltugenden wie Glaubwürdigkeit, Tatkraft, Führungsstärke usw. Sie suchen all das, was man wohl unter Authentizität fassen könnte. Im zweiten Duell spätestens haben sie gefunden, was sie suchten. Beide Kontrahenten waren insoweit authentisch, als sie sich nicht verstellt haben bzw. ihre Bemühungen , einen bestimmten Eindruck zu erwecken, nicht verbergen konnten.

PETER GEISSLER: Der präverbale Handlungsdialog

Videomikroanalyse der frühen Interaktion als Ausgangspunkt für eine erweiterte Betrachtung unbewusster Prozesse

Die Säuglings- und Kleinkindforschung hat unsere Sichtweise der menschlichen Frühentwicklung revolutioniert. Mit Hilfe moderner Technik und videomikroanalytischer Auswertung der frühen Interaktion zwischen dem Säugling und seinen elterlichen Bezugspersonen haben wir neue Einblicke in präverbale Bereiche gewonnen, über die man bis vor zwanzig Jahren nur spekulieren konnte. Eine exakte und detaillierte Auswertung der Eltern-Kind-Interaktion bringt Verhaltensaspekte und damit verbundenes seelisches Erleben in einem Feinbereich, der dem beobachtenden Auge üblicherweise entgeht, eindrucksvoll ans Licht. Wir übersehen normalerweise solche Feinprozesse, weil menschliches Verhalten überaus komplex ist (z.B. ereignen sich zahlreiche feine Bewegungen und Haltungsveränderungen in einzelnen Körpersegmenten simultan) und unsere Wahrnehmungskapazität hier bald an Grenzen stößt. Darüber hinaus entziehen sich verschiedene Qualitäten, die entscheidend für die frühe Interaktion sind, leicht einer beschreibend-wissenschaftlichen Sprache (wie z.B. feine Nuancen im Tonfall oder im stimmlichen Ausdruck). So sind auch unserer Sprache im Versuch, Verhaltensaspekte und damit verbundenes seelisches Erleben präzis in eine wissenschaftliche Fachsprache zu übersetzen, Grenzen gesetzt. Dennoch wissen wir als Ergebnis dieser nunmehr etwa zwanzigjährigen Forschung, dass der Säugling aufgrund von angeborenen Kompetenzen viel fähiger und aktiver ist, als dies dem “rekonstruierten” Säugling tiefenpsychologischer Prägung unterstellt wurde. Wir haben es ohne Zweifel mit einem von Anbeginn an interaktiv “kompetenten Säugling” zu tun (Dornes, 1992).
Wir werden vielleicht nie genau wissen, was der Säugling tatsächlich erlebt; insofern sind die Schlussfolgerungen, die wir aufgrund der Verhaltensbeobachtung und -analyse anstellen, kein definitiver Beweis für und gegen die Existenz angenommenen frühen subjektiven Erlebens. Wenn ein Patient im psychoanalytischen Setting oder während körperpsychotherapeutischer Interventionen auf frühe Erlebnisstufen regrediert, so kann man andererseits nicht einfach davon ausgehen, dass sich das “Kind im Patienten” mehr oder weniger unverhüllt ausdrückt und darstellt. Im Laufe der psychischen Entwicklung wird frühes Erleben durch vielfältige Verarbeitungen überlagert, die man nicht einfach willentlich überspringen kann. Jedoch scheint mir erstrebenswert zu sein, 1. dass sich künftige Entwicklungspsychologien, auf die sich psychotherapeutische Verfahren beziehen, so weit wie möglich an wissenschaftlichen Befunden orientierten sollten, und 2. dass die Kluft zwischen dem beobachteten und dem rekonstruierten Säugling im Falle tiefenpsychologischer Zugänge zum Patienten nicht zu groß sein sollte. In diesem hier nur kurz angedeuteten teils sehr kontroversiellen Spannungsfeld ist die Diskussion, zu der ich mit dem vorliegenden Beitrag Impulse beisteuern möchte, anzusiedeln.

Am Beispiel einer kommentierten mikrovideoanalytischen Sequenz der Interaktion zwischen einem 13 Monate alten Knaben und dessen Mutter wird versucht ansatzweise aufzeigen, was uns die Detailanalyse des frühen nonverbalen Handlungsdialoges an Wissen eröffnet und wie wir, gestützt auf dieses Wissen, unser Verständnis unbewusster Prozesse erweitern können. Ich beziehe mich dabei vorwiegend auf Arbeiten von Dornes (1992, 1997, 2000), Downing (1996, 1999a, 1999b, 2001) und Stern (1991, 1992, 1997, 1998a, 1998b, 1999, 2000). Im Kern geht es darum, als Ergänzung zu der der tiefenpsychologischen Tradition entstammenden Theorie des dynamischen Unterbewussten die Bedeutsamkeit eines prozeduralen Unterbewussten bzw. Prozesswissens hervorzuheben, dessen Akzeptanz als zentrales theoretisches Konstrukt Auswirkungen auf die klinische Praxis und die psychotherapeutische Technik haben muss. Gelegentlich werde daher ich im folgenden auf Parallelen zwischen der beschriebenen Kind-Eltern-Interaktion und der psychotherapeutischen Situation hinweisen.

Videomikroanalyse von Gabriel und seiner Mutter: Vorbemerkungen

Gabriel ist ein 13 Monate alter normal entwickelter Junge, der gerade seine ersten Zähne bekommt. Gleichzeitig versucht seine Mutter, wie sie mir vor der Videoaufnahme erzählt, ihn seit einigen Wochen abzustillen, was schwierig sei, weil er an ihr sehr hänge. Er sei sehr an sie fixiert und verhalte sich generell ängstlich, wenn sie sich von ihm entferne. Gabriel befindet sich, wie in letzter Zeit öfter, in einem labilen Affektzustand. Er hat Zahnschmerzen, ist nicht ganz ausgeschlafen und leidet an einer Verkühlung. Im kurzen Gespräch vor dem Video erfahre ich von der Mutter, einer Juristin und Sozialarbeiterin, die derzeit vollständig zu Hause ist und keiner beruflichen Tätigkeit nachgeht, dass Gabriel ihr zweites Kind ist, es gibt eine um zwei Jahre ältere Schwester.

Für die Videoaufnahme bitte ich sie, mit Gabriel Dinge zu tun, die sie normalerweise auch tut - also Spiele zu spielen und einfach wie gewohnt mit ihm umzugehen. Der für den gegenständlichen Zweck ausgewählte und kommentierte Ausschnitt demonstriert die Interaktion zwischen Gabriel und seiner Mutter etwa zehn Minuten nach Beginn der Videoaufnahme. Zuvor hat sie vergeblich versucht, ihn zu beruhigen, sie hat mehrfach versucht ihn durch Körperkontakt und Streicheln und durch das Anbieten verschiedener Spielzeuge zu besänftigen, aber immer wieder hat Gabriel geraunzt und war unzufrieden, bis sie ihm schließlich doch die Brust gegeben hat. Das Stillen hat Gabriel zunächst zufriedengestellt, aber auch nur vorübergehend. Alle Interaktionsangebote seiner Mutter scheinen zu scheitern, Gabriel bleibt raunzig. Nun wendet er sich, auf mich zum ersten Mal wirklich aufmerksam geworden, der Kamera zu. Die folgende Sequenz, die ich in insgesamt acht Episoden unterteilt habe, dauert knapp zwei Minuten. Die Zahlenangaben unter den einzelnen Episoden geben die jeweilige Dauer in Sekunden an.

Erste Episode: Gabriel interessiert sich für die Kamera
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Von der Ausgangsposition her sitzt Gabriels Mutter auf dem Boden, und sie hält ihn mit ihren Armen und Händen so, dass ihre beiden Bauchseiten sich berühren. Gabriel erblickt nun die Kamera und wendet sich ihr zu. Die Videosituation ist neu für ihn, und sie ruft sein Interesse wach. Er wendet sich mit dem Gesicht frontal der Kamera zu. Sein Gesichtsausdruck und die begleitenden vokalen Äußerungen sagen alles: er ist verweint, raunzig und frustriert. Aber er wird still und hält inne, als er mich erblickt, und er ist nun sichtlich neugierig.

Die Handlungssequenz, die ich nun zu beschreiben versuche, vollzieht sich für das normal beobachtende Auge so rasch, dass das Wesentliche, das ich nun herausarbeiten möchte, in der Regel übersehen wird. Tatsächlich werden die Details, um die es dabei geht, erst bei videomikroanalytischer Betrachtung deutlich. Als Gabriel nun für eine kurze Zeit die Kamera im Visier hat, ist der Blick seiner Mutter konstant auf die ihr zugewendete Hälfte seines Gesichts gerichtet. Sie verhält sich, während Gabriel die Kamera anstarrt, vollkommen still, sie gibt keinerlei Laute von sich. Nach etwa zwei Sekunden dreht sich Gabriel mit seinem Kopf zu ihr zurück, worauf sich seine Mutter nun etwas überraschend der Kamera zuwendet.

Dieser Vorgang wiederholt sich ein zweites Mal in einer noch kürzeren Zeiteinheit. Wieder dreht sich Gabriel der Kamera zu, und synchron zu Gabriels Kopfdrehung zur Kamera dreht sie ihren Kopf zurück zu ihm und sieht in wieder von der Seite her an. Kurz darauf dreht sich Gabriel endgültig zu ihr zurück, seine Mutter deutet die Kopfdrehung zu mir noch kurz an, ohne sie vollkommen auszuführen, und dann blicken sie einander, aus ca. zwanzig Zentimeter Abstand, in die Augen. Gabriel beginnt nun wieder zu raunzen. Während dieser sechs Sekunden dauernden Episode sind beide still gewesen. Über physische Berührung waren Gabriel und seine Mutter durchwegs in Kontakt, jedoch ohne begleitende Vokalisationen, ohne akustische Abstimmung, und am Ende dieser Sequenz nehmen die beiden wieder kurz Blickkontakt auf.

Worum geht es in dieser ersten Interaktionsepisode? Der Prozess, den ich herausheben möchte, wird in der Säuglingsforschung “joint focus” genannt - das gemeinsame Teilen der Aufmerksamkeit, eine von mehreren Voraussetzungen für einen Zustand gelingender affektiver Kommunikation. Fivaz-Depeursinge (1998) unterscheidet vier Teilfunktionen in der affektiven Kommunikation:

  1. Einbezogenheit in die gemeinsame Handlung vs. Ausgeschlossenheit
  2. Beibehalten von Handlungs- oder Spielrollen vs. Rollenverlust
  3. Gemeinsamer vs. verschwommener Aufmerksamkeitsfokus
  4. Grad der affektiven Abgestimmtheit

Die Fähigkeit zur gemeinsamen Ausrichtung der Aufmerksamkeit kommt mit ca. sechs bis acht Monaten in Gang und ist eine Fähigkeit, die dem Baby im Rahmen des intersubjektiven Selbsterlebens möglich wird (Stern, 1992). Gabriel ist dazu also längst in der Lage. Da Gabriel sich für die für ihn neue Situation, die Videoaufnahme, interessiert, hätte seine Mutter nun eine gute Chance, ihn durch Teilen der gemeinsamen Aufmerksamkeit zu einer Verbesserung seines affektiven Zustandes wirksam zu verhelfen. Ein “joint focus” stellt somit im allgemeinen eine gute Gelegenheit zur wirksamen Affektregulation dar. Dazu müsste sich Gabriels Mutter einerseits von ihrer Kopfhaltung und vom Blick her auf den gemeinsamen Fokus abstimmen, und sie müsste andererseits einen akustisch vermittelten Hintergrund herstellen, der die Affektlage Gabriels in eine mehr positive Richtung verschieben könnte. Gabriels Mutter könnte zur Verbesserung von Gabriels Affektzustand z.B. in einem interessierten und leicht anregenden Tonfall zur Kamera gerichtet sagen, ev. unterstützt durch ein Ausstrecken eines Arms in Richtung Kamera: “Schau mal, was ist denn das!” Diese wäre eine Botschaft, die bei Gabriel positiv ankommen würde, da seine Mutter ihm ein klares Signal vermitteln würde, dass sie sein Interesse für die Kamera teilt. In der Zeitlupen- und Bild-für-Bild-Analyse der Handlungssequenz wird deutlich, dass die Mutter in dieser Episode weder bewegungs- und haltungsmäßig gut mit Gabriel synchronisiert ist, noch dass sie hier die Gelegenheit ergreift, Gabriel kraft ihres stimmlichen Repertoirs positiv zu beeinflussen. Sie verhält sich in dieser Episode, gibt keinen Laut von sich. Die Folge ist, dass sich Gabriels Stimmungszustand keineswegs verbessert hat, er ist nach dieser Episode weiterhin raunzig und frustriert und sucht nun, indem er sich ihr zuwendet, Beruhigung.

An dieser Stelle scheint eine allgemeine Bemerkung notwendig. Wir dürfen uns den Kontaktprozess zwischen Babies und Eltern (ebenso wie den Kontaktprozess zwischen Patient und Therapeut) nicht als einen Vorgang ununterbrochener gelingender Abstimmung aufeinander vorstellen. Abgesehen davon, dass eine ununterbrochene Abstimmung nicht günstig wäre, weil sie dem Kind (dem Patienten) das Gefühl von Autonomie rauben würde, so ist kein Elternteil (und auch kein Psychotherapeut) in der Lage, konstant einen guten Kontakt zu seinem Kind aufrechtzuerhalten. Kontaktbrüche sind ein normales Geschehen, und die Interaktion zwischen Kindern und Eltern ist auch im Normalfall ein konstanter Wechsel zwischen Kontaktabbruch (“dyscoordination”) und Kontakt(wieder)herstellung (“repair”). Entscheidend ist die Fähigkeit der elterlichen Bezugsperson (des Therapeuten), Kontaktbrüche zu spüren und intuitiv zu korrigieren, sich also um neuerliche Kontaktaufnahme zu bemühen und Kontakt wieder erfolgreich herzustellen. Gabriels Mutter ist, wie noch gezeigt wird, eine sehr bemühte Mutter mit hoher Frustrationstoleranz, die trotz eines eingeschränkten Repertoirs an handlungsdialogischer Abstimmung immer wieder aufs Neue versucht, ihren Sohn zufriedenzustellen. Sie ist alles in allem eine “Good-enough-Mother” im Sinne Balints.

Zweite Episode: Gabriel wendet sich seiner Mutter zu und sucht Beruhigung im Körperkontakt mit ihr
0.06 - 0.11

Nachdem die Herstellung eines ausreichend stimulierenden “joint focus” misslungen ist, sucht Gabriel im unmittelbaren Kontakt mit seiner Mutter Trost. Er dreht sich zu ihr zurück und nimmt Augenkontakt mit ihr auf. Downing (1996) spricht diesbezüglich von einem affektmotorischen Verbindungsschema. Die Videomikroanalyse enthüllt im Detail die “affektmotorische Antwort” von Gabriels Mutter auf dessen Zuwendungsbewegung: Sie bewegt sich mit ihrem Kopf auf den seinen zu und küsst ihn auf die Stirn, jedoch auf eine Weise, dass Gabriels Kopf ein kleines Stück zurückgedrückt wird. Gabriels Gesichtsausdruck scheint zu verraten, dass er bei dieser mütterliche Zuwendungsgeste gemischte Gefühle erlebt. Der Kontakt zwischen beiden verbessert sich nicht. Auch Gabriels Mutter ist offenbar in einem Zustand von Spannung, zumindest körperlicher Spannung, denn unmittelbar nach dem Kuss greift sie mit ihren Armen um Gabriel herum und verändert die Position, in der sie ihn an sich hält.

Vom Resultat her ist auch dieser Versuch, Gabriel im unmittelbaren körperlichen Körperkontakt zu beruhigen, erfolglos verlaufen. Man sieht es an Gabriels Gesicht und hört es an seinen Vokalisationen - er bleibt unruhig. Achtet man auf die körperliche Haltung, die Gabriels Mutter in dieser Episode eingenommen hat, so gewinnt man den Eindruck, dass sie sich selbst nicht in einer optimalen Körperposition befand, aus der heraus sie gut hätte agieren könnte. Sie sitzt im Schneidersitz auf dem Boden, in leichter Rückenlage und befindet sich allein schon dadurch in einer gewissen muskulären Spannung. Downing (1999a) würde hier von einem “space-and-time-structuring schema” sprechen und damit die Art und Weise charakterisieren, wie Gabriels Mutter sich in ihrer körperlichen Haltung organisiert und dadurch den gemeinsamen “Spielraum” zwischen ihm und ihr in Raum und Zeit definiert. Mütter unterscheiden sich in der Art und Weise, einen Interaktionsraum mit ihrem Kind zu gestalten, stark voneinander. Der “tonische Dialog” über Berührung und Halt ist dabei ein Teilaspekt, jedoch spielen auch alle anderen Kommunikationskanäle eine wichtige Rolle. Die mütterliche Kompetenz in diesem Bereich hat große Auswirkungen auf der Verhalten des Babys: Manche Mütter können ihre Babys sehr leicht und sicher beruhigen, andere wiederum haben dabei große Schwierigkeiten. In den daraus resultierenden “Schemata des Zusammenseins” (Stern, 1998a) spielen also räumliche, zeitliche und haltungsmäßige Komponenten zusammen. Gabriels Mutter hat die Fähigkeit, für Gabriel genügend befriedigende “space-and-time-structuring schemas” bereitzustellen, anscheinend nur in eingeschränktem Maß zur Verfügung. Auch im Bereich der stimmlich-akustischen Begleitung von Gabriels Verhaltensmanifestationen ist ihre Modulations- und Affektregulierungsfähigkeit begrenzt, und der Kuss auf Gabriels Stirn ist sicher gut gemeint, aber in der Affektlage, in der Gabriel sich befindet, und auf die Art und Weise, wie sie ihn küsst (ihn ein wenig bedrängt), kein adäquates Mittel der Besänftigung.

Dritte Episode: Gabriel dreht sich von der Mutter weg und wendet sich einem neuen Objekt zu
0.11 - 0.15

Gabriel ist bei seiner Mutter nicht “angekommen” und orientiert sich neu. Man sieht im folgenden in der Zeitlupenaufnahme an einer Drehung, die zunächst von Gabriels Kopf ausgeht und dann auf seinen gesamten Rumpf übergeht, dass ihm ein neues Objekt - ein Spielzeug - aufgefallen ist und er sich diesem neuen Objekt kontinuierlich zuwendet, bis er schließlich voll auf das neue Objekt ausgerichtet ist. Im Endeffekt wendet sich Gabriel von seiner Mutter zumindest visuell ab (auf der Ebene des Körperkontakts bleibt er weiterhin mir ihr verbunden), vollzieht also eine Autonomiebewegung. Im Sinne Downings würde man hier von einem affektmotorischen Differenzierungsschema sprechen, und häufig markieren diese einen kritischen Bereich in der Eltern-Kind-Interaktion. Wie reagiert die Mutter auf Gabriels Autonomieimpuls?

Die Videomikroanalyse zeigt, dass sie Gabriels Wegorientierung bemerkt und mit einer Drehung ihres Kopfes das Spielobjekt, das Gabriel nun im Fokus hat, sucht und offensichtlich auch findet. Sie hat also Gabriels Bedürfnis gespürt und zunächst respektiert. Unmittelbar im Anschluss darauf dreht sie jedoch ihr Gesicht wieder zu Gabriels Gesicht zurück, und zwar auf eine Weise, dass sie ihren eigenen Kopf exakt zwischen den Spielgegenstand, den Gabriel aufmerksam betrachtet, und Gabriels Gesicht schiebt, sodass ihr eigenes Gesicht etwa 20 Zentimeter vor Gabriels Gesicht erscheint und die Sicht auf das Spielzeug, das Gabriel gerade noch im Fokus seiner Aufmerksamkeit hatte, vollständig verdeckt. Mit anderen Worten: Sie macht sich in dieser Episode selbst zu seinem Fokus und unterbricht Gabriels Interesse am Spielobjekt, ohne dass von ihm irgendein entsprechendes Kontaktsignal ausgegangen wäre. An sich ist dies eine eher problematische Geste. Berücksichtigt man den Gesamtkontext und sieht man in der Geste der Mutter einen Versuch, Gabriel, der weiterhin quengelig und unruhig ist, irgendwie abzulenken, ist die Handlung der Mutter von ihrer Motivation her vielleicht nachvollziehbar. Vom Effekt her hat sie, wie noch gezeigt wird, keine kontaktfördernde Wirkung.

In der darauffolgenden Interaktion, etwa eine Sekunde später, kann man in der Videomikroanalyse eine feine Mikrobewegung bei Gabriel bemerken. Während sich seine Mutter nun wieder von ihm abwendet und mit ihren Augen den von Gabriel zuvor Gabriel anvisierten Spielgegenstand sucht, d.h. den “joint focus” ihrerseits wieder herstellen möchte, führt Gabriel eine minimale Seitwärtsbewegung im Nacken aus, die seinen Kopf kurzfristig etwa um zwei Zentimeter näher an den Kopf seiner Mutter heranbringt, während auch er sich, gleichzeitig zu dieser kleinen Bewegung hin zu seiner Mutter, wieder dem Spielobjekt zuwendet. Es finden also bei Gabriel zugleich zwei Bewegungen statt: eine Wiederausrichtung hin zum Spielobjekt, und eine minimale Bewegung hin zu seiner Mutter.

Diese Bewegung, so klein und unauffällig sie erscheint, ist in Wahrheit sehr interessant, auch wenn ihre Bedeutung zunächst unklar bleibt. Gabriels Mutter hat seinen Versuch, sich neu zu orientieren, durch ihr sich Dazwischen-Schieben, eigentlich gestört. Warum bewegt sich Gabriel dann kurz näher zu ihr hin, anstatt sein Sich-gestört-Fühlen zu artikulieren? Es handelt sich bei dieser Mikrobewegung, die den Abstand zwischen Gabriel und seiner Mutter kurzfristig um etwa zwei Zentimeter verringert, sehr wahrscheinlich um eine “Körperstrategie” (Downing, 1999). Man versteht darunter interaktive Bewegungssequenzen, die der kindliche Interaktionspartner schon sehr früh selbst initiiert, wobei er im Zuge des Fortschreitens der Entwicklung und der Verbreiterung seines Bewegungsrepertoirs aufgrund neuromuskulärer Reifungsprozesse auf immer differenziertere “Körperstrategien” zurückgreift. “Körperstrategien” sind Modalitäten, den eigenen Körper zu organisieren, ihn zu bewegen, ihn durch das Einnehmen von Haltungen und Bewegungen auf eine bestimmte Aktion vorzubereiten mit dem Ziel, im Rahmen eines motorisch-affektiven Aushandlungsprozesses aktiv einen Kompromiss zu suchen zwischen den eigenen und den elterlichen Bedürfnissen. Gabriel hat anscheinend das Kontaktbedürfnis seiner Mutter gespürt und durch diese minimale Hinbewegung zu ihr positiv beantwortet, auch wenn sein Interesse ursprünglich darin bestand, das neue Spielobjekt aufmerksam zu betrachten. Auf diese Weise kommt Gabriel seiner Mutter im wahrsten Sinn des Wortes entgegen. Schon das Baby bildet aktiv Körperstrategien aus, die zur Regulation elterlicher Bedürfnisse und Affekte beitragen. Auf motorischer Ebene bestätigt sich im gegebenen Beispiel eindrucksvoll, dass das Schlagwort des interaktiv “kompetenten Säuglings” keine Fiktion ist. Nicht nur Eltern regulieren durch ihr Verhalten die Affektlage ihrer Kinder, auch das Umgekehrte trifft zu: der Säugling leistet im Rahmen seiner Möglichkeiten von Anbeginn an seinen aktiven Beitrag. Dass er dies tut und auf welche Weise Säuglinge und Kleinkinder dabei vorgehen, konnte erst durch videomikroanalytische Studien aufgezeigt werden, denn die minimalen Regulationsbewegungen, um die es dabei geht, sind für das Auge des durchschnittlichen Beobachters unsichtbar.

Wir müssen davon ausgehen, dass gleiches für die Interaktion zwischen Patient und Therapeut gilt: Auch hier finden unentwegt subtile Regulationsprozesse statt, die beide, Patient und Therapeut, auf bewusster Ebene nicht wahrnehmen, die aber trotzdem wirken und den Verlauf der Interaktion unmerklich steuern. Auch der Patient stellt sich auf die Bedürfnisse des Therapeuten ein und sucht unbewusst nach Kompromissen zwischen eigenen Wünschen und denen des Therapeuten. Gleiches gilt für den Therapeuten. Das sich auf nonverbaler Ebene ununterbrochen vollziehende Wechselspiel an Gesten und Mikroregulationen ist wenig vereinbar mit einem Neutralitätsideal, wie es teilweise noch immer gefordert wird.

Vierte Episode: Gabriel beschäftigt sich mit dem neuen Objekt
0.15 - 0.28

Vom Effekt her kann man in der folgenden Episode beobachten, dass sich Gabriel zwar mit dem neuen Gegenstand beschäftigt, jedoch, wie man an seinen Lautartikulationen eindeutig bemerkt, weiterhin unruhig und unzufrieden ist. Seine Mutter hat die erneute Wegbewegung Gabriels von ihr zum Spielzeug schließlich akzeptiert. Sie ist nun präsent und teilt seine Aufmerksamkeit während des Spielens. Allerdings ist sie auch in dieser Episode nicht in der Lage, atmosphärische Aktivitäten zu setzen, die Gabriels Stimmungszustand in eine positive Richtung verschieben würden.

Es wäre möglich, Gabriels Stimmungszustand zu verbessern, wenn sie akustische Signale gäbe, die sein Interesse steigern würden, wie z.B. “Schau, was für ein schönes Auto!”, o.ä. Stattdessen kommentiert sie Gabriels Spiel mit einem “Hallo” - eine sowohl vom mitgeteilten Inhalt als auch von der Sprachmodulation nicht optimal passende akustische Begleitreaktion. Ihr “Hallo” klingt eher erregungssteigernd und wirkt von der Vitalitätskontur her ein wenig brüsk. Gabriel bräuchte in seiner Affektlage eher ein akustisches Signal, das eine erregungssenkende und beruhigende Charakteristik aufweist. Es folgen wieder einige Küsse auf die Stirn, die nicht den gewünschten Effekt der Beruhigung Gabriels bringen.

Fünfte Episode: Gabriels Mutter geht auf Distanz und schaut Gabriel erwartungsvoll an
0.28 - 0.34

Verständlicherweise ist Gabriels Mutter mittlerweile verunsichert. Die für sie ungewohnte Situation vor laufender Kamera mag dabei eine gewisse Rolle spielen. Weiterhin hält sie Gabriel in ihren Armen, während er sich mit seinen Händen mit dem Spielgegenstand beschäftigt und sich zunehmend ein Stück weiter weg von ihr bewegt, mehr Distanz zu ihr einnehmen möchte, wie man an kleinen Bewegungen in seinem Rumpf sehen kann. Er ist ganz von der Beschäftigung mit dem Spielzeug gefangengenommen, auch wenn er weiterhin raunzt und unruhig ist. Wie reagiert Gabriels Mutter auf seine neuerliche Wegbewegung?

Sie nimmt nun selbst mehr körperliche Distanz ein, neigt ihren Rumpf noch weiter in Rückenlage zurück und beendet den “joint focus” von sich aus, indem sie ihren Blick vom Spielobjekt wegwendet und sich Gabriels Gesicht voll zudreht. Ihr Gesichtsausdruck zeigt ihre Verunsicherung, und sie blickt Gabriel an, als erwarte sie eine Klärung oder ein eindeutiges Signal von ihm, was sie tun könnte. Eine solche Klärung kann Gabriel natürlich nicht liefern, außer dass er unentwegt akustische Signale von sich gibt, die seinen Stimmungszustand verdeutlichen sollen. Auf seine Weise kommuniziert er laufend, kann aber seine Mutter nicht erreichen, und da sie seine Äußerungen nicht versteht, kann sie nicht angemessen antworten und Gabriel beruhigen. Im Gegenteil, seine Unruhe steigert sich.

Mehr und mehr wird deutlich, dass dieser Mutter, so bemüht sie um ihren Sohn ist, nur ein eingeschränktes Spektrum an Fähigkeiten zur Verfügung steht, Gabriel auf dieser Ebene der Interaktion, bei der es um Abstimmung im unmittelbaren Kontakt geht, wirksam zu helfen. Beispielsweise könnte sie ihre Stimme auf verschiedene Weise modulieren, um ein besseres affektives Echo zu erzeugen. Sie könnte in einem ersten Schritt durch Nachahmen der Lautäußerungen Gabriels versuchen, sich einen Eintritt in seine Gefühlslage verschaffen. Gabriel würde das Imitieren seiner eigenen Laute durch die Stimme seiner Mutter bemerken, er würde ihre Reaktion wahrscheinlich zunächst als positives Gespiegelt-Werden auffassen. In einem zweiten Schritt könnte die Mutter versuchen, durch schrittweises Senken ihrer Lautfrequenz und Lautstärke Gabriels Zustand allmählich nach unten hin zu regulieren, was im allgemeinen eine hohe Chance der Beruhigung unruhiger Babies bietet. An sich ist ein solches mütterliches Imitations- und Affektregulationsverhalten spezifisch für das Säuglingsalter, es hätte aber auch in der hier vorhandenen Situation von Gabriels angeschlagenem Gesundheitszustand und seiner labilen Affektlage gute Chancen, seine Erregung zu senken.

Sechste Episode: Die Mutter bietet Gabriel ein neues Spiel an
0.34 - 0.48

Auch wenn Gabriels Mutter im Bereich des unmittelbaren nonverbalen Dialogs nur begrenzt in der Lage ist, sich auf ihren Sohn wirkungsvoll einzustimmen und seine Affektlage in eine positive Richtung zu korrigieren, so ist sie doch bemüht um ihn. Im nächsten Schritt schlägt sie Gabriel ein neues Spiel vor: Bauklötzchen verschiedener Formen und Farben sollen in ein Holzkistchen mit Löchern unterschiedlicher Formen, passend zu den Formen der Bauklötzchen, hineingesteckt werden. Gabriels Aufgabe in dieser Spielsituation besteht darin, die unterschiedlichen Formen der Bauklötzchen mit denen der Löcher zu vergleichen und das jeweils passende Loch herauszufinden, um dann das Bauklötzchen ins Kistchen zu befördern. Die Mutter ergreift in dieser Aktionssequenz sehr klar die Führung. Mit ihrer rechten Hand greift sie nach dem Spielzeug und stellt es vor Gabriel auf, in ihrem linken Arm hält sie weiterhin Gabriel und bringt ihn in Spielposition. Sie ergreift ein Bauklötzchen und bietet es Gabriel an.

Es handelt sich bei diesem Spielangebot, bei dem ein “drittes Objekt” in die Interaktion eingeführt wird, um ein fundamentales affektmotorisches Verbindungsschema, und Gabriel nimmt das Spielangebot sofort an. Vom Handlungsaspekt betrachtet stellt die Mutter hier sehr direkt und für Gabriel gut nachvollziehbar eine trianguläre Struktur her, und Gabriel antwortet mit einem ebenso klaren gestischen “Ja”. Die atmosphärische Qualität bzw. Vitalitätskontur ihres Angebots, sowohl akustisch als auch bewegungsmäßig, hat jedoch eine ähnlich brüske Note wie das “Hallo” in der vierten Episode. Mit einem plötzlichen “Da” kommentiert sie ihr Angebot, parallel zu einer ebenso raschen Armbewegung. Die Erregungskurve, die der Bewegung und der akustischen Begleitung zugrunde liegt, hat neuerlich eine eher aufsteigende Tendenz, und durch dieses nonverbale “Wie” ihrer Bewegung fördert Gabriels Mutter unbewusst die Unruhe ihres Sohnes, auch wenn man davon ausgehen kann, dass sie auf bewusster Ebene sicher das Gegenteil erreichen möchte.

Als es Gabriel dann auf Anhieb nicht gelingt, das Bauklötzchen durch ein Loch hindurch zu befördern, wirft er dieses sichtlich verärgert weg, begleitet von frustrierten Lautartikulationen. Gabriels Mutter kommentiert das Missgeschick mit einem “Oje”, das einen leicht tadelnd-kritischen Unterton beinhaltet, und auch dieses “Oje” steigert Gabriels Frustration nur noch weiter. Er bäumt sich auf und streckt den gesamten Rumpf senkrecht nach oben, begleitet von einem wütend-weinerlichen Schreien.

Siebente Episode: Gabriels Mutter verändert ihre und seine Sitzhaltung
0.48 - 0.58

Aber diese Mutter gibt nicht auf! Und nun findet sie den Schlüssel, wie sie Gabriel effektiv beruhigen kann. Sie verändert zunächst ihre Körperhaltung, indem sie sich selbst aufrecht und bequem auf den Boden setzt, leicht angelehnt an eine Couch, die hinter ihr steht. Sie hat sich auf diese Weise selbst Unterstützung verschafft, und so unterstützt kann sie Gabriel auf bessere Weise als zuvor einen Spiel-Raum zur Verfügung stellen. Sie setzt Gabriel zwischen ihre abgewinkelten Beine auf den Boden, so dass er sich mit seinem Rücken an ihrer Bauchseite anlehnen und körperliche Unterstützung von ihr erfahren kann. Der nun entstandene Körperkontakt ist nun offensichtlich stimmig für Gabriel, beide Interaktionspartner wirken nun von den eingenommenen Körperhaltungen her sichtlich entspannt, und Gabriel ist aufgrund der nun viel besseren körperlichen Ausgangslage in seinen Kopf- und Armbewegungen frei, das Bauklötzchenspiel, mit einer kleinen Hilfe durch seine Mutter, positiv und erfolgreich zu bewältigen. Sofort beruhigt er sich, wird still und gibt sich ganz dem Spiel hin.

Achte Episode: Bauklötzchenspiel - Gabriels Stimmungszustand stabilisiert sich
0.58 - 1.50

Als es Gabriel gelingt, ein Bauklötzchen erfolgreich in ein Loch einzuführen, sagt seine Mutter:
“Super!” - von der Stimmmodulation her zum ersten Mal freudig und bestätigend. Auch das Timing des verbalen Begleitkommentars ist optimal - kurz nach Gabriels erfolgreicher motorischer Aktivität. Beiden gelingt es in der Folge gut, einen gemeinsamen Aufmerksamkeitsfokus zu entwickeln, und auch wenn Gabriels Mutter hin und wieder ihren Kopf zu ihm hindreht und ihr Gesicht vor sein Gesicht schiebt, sich also deutlich in seinen Fokus hineindrängt, gelingt es beiden, eine befriedigende Spielsituation beizubehalten. Man kann in der Folge sehen, dass Gabriel sich konzentriert mit den Bauklötzchen beschäftigt, seine Mutter im Rücken, und dass sich seine Affektlage entscheidend verbessert und stabilisiert, auch wenn er gelegentlich hustet.

In eigener Sache

Für Besucher, die nicht lange rumsuchen wollen, sich gleich dem Wesentlichen Ihres Interessenbereiches zuwenden möchten, wird es nach und nach Satellitenseiten der einzelnen Bereiche von vkdnet geben. Zwei Satellitenseiten sind inzwischen fertig gestellt: Körpertherapie und Orgontik.

Die Inhalte sind weitgehend identisch mit dem, was Sie hier finden, aber in konzentrierter Form und mit spezifischen Erweiterungen. Auch in der Präsentation werden Sie Unterschiede entdecken. Aber schauen Sie selbst! Besuchen Sie, falls Sie am Thema Körpertherapie vorrangiges Interesse haben, unsere Satellitenseite www.koerper(psycho)therapie-net.de.Wenn Sie das Neueste oder weitergehende Informationen aus der Orgontik wissen möchten, versäumen Sie nicht, unserere Satellitenseite www.orgontik.de zu besuchen. Viel Spaß!

Überblick Verlagsbereich

lune
In diesem Teil der Website möchte ich die Gelegenheit nutzen, Volker Knapp-Diederichs Publikationen vorzustellen, einen Kleinverlag, den ich nebenberuflich seit einigen Jahren betreibe. Die wichtigsten und bekanntesten Produkte des Verlags sind das Wilhelm Reich Periodikum emotion und der Ströme-Rundbrief Reichianische Körperarbeit, der in Zukunft allerdings nur noch als Online-Zeitschrift erscheinen soll.

Im Bereich Verlag allg. finden Sie aktuelle Neuigkeiten, die es tatsächlich ab und zu mal gibt. Informationen zu Programmatik und Geschichte des Verlags ergänzen diesen Teil.

Die Rubrik Emotion Aktuelles informiert Sie über den aktuellen Stand der redaktionellen Planung und der Arbeit am neusten Heft. Bisweilen finden sich auch hier auch Beiträge aus dem Kreis der Redaktion, die zur Diskussion gestellt werden, Aufrufe zur Mitarbeit, zur Einsendung von Artikeln, Erläuterungen zum jeweiligen Schwerpunktthema der nächsten Ausgaben. Es folgt ein vollständiges Inhaltsverzeichnis aller bisher erschienen Hefte. Auch wenn nicht jedes Heft mehr lieferbar ist, ist dies vollständige Verzeichnis von Interesse, denn irgendwann sollen sämtliche Ausgaben digitalisiert vorliegen. Zum Teil ist dies schon geschehen, unter emotion digital können Sie einsehen, welche Hefte in digitaler Form als Acrobat® Datei vorliegen. Im Webshop können Sie diese digitalisierten Ausgaben preisgünstig erwerben. Auszüge, einzelne Aufsätze aus allen Emotionsausgaben finden Sie übrigens im Archiv.

Die Rubrik Ströme ist ähnlich aufgebaut, es finden sich die vollständigen Inhalte aller bisher erschienenen Hefte. Die Ströme-Materialien sind Sonderhefte zu bestimmten Themen… In der Nachfolge der Printversion des Ströme-Rundbriefes findet sich die Edition Ströme, die jeweils eine Monographie zu einem aktuellen Thema der Körpertherapie enthalten soll.

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Becker, Jutta

Das weibliche Gesetz.
Die Bedeutung des Eros in der Körperarbeit
Dieser mit thematisch passenden Fotos illustrierte Aufsatz der Stuttgarter Körpertherapeutin Jutta Becker beschäftigt sich mit dem Aspekt des Erotischen, nicht nur des Sexuellen in der Arbeit mit dem Körper. Becker rekurriert insbesondere auf den weiblichen Aspekt in der Tradition des Mythologischen des Eros.

Becker_Das weibliche Gesetz.pdf
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Boadella, David
Über Frank Roehrichts Buch “Körperorientierte Psychotherapie psychischer Störungen”.
Das wohl erste Lehrbuch der körperorientierten Psychotherapie, das vor allem die Potentiale thematisiert und versucht Ordnungsmodelle für Diagnose und Therapie zu liefern. David Boadella hat dieses wichtige Buch einer ausführlichen Besprechung unterzogen.

RoehrichtRezension.pdf
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Boadella, David

Appendices: Responses to Critiques of the energy concept in body psychotherapy
In diesem englischsprachigen Aufsatz schaltet sich David Boadella kenntnisreich und differenziert in die in jüngster Zeit vorgebrachte Kritik an der Körperpsychotherapie auseinander, die sich aus zwei Argumentationsblickwinkeln speist: Derjenige einer psychoanalytischen Neuinterpretation und Verkürzung der Körperpsychotherapie und derjenigen einer Ent-Energetisierung des körpertherapeutischen Modells. Sie hierzu auch den Artikel von Ernst Juchli.

Boadella_Energy.pdf
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Bolen, Peter
Die Arbeit an den Gelenken
Peter Bolen, Begründer der in Österreich etablierten körpertherapeutischen Schule der “Emotionalen Reintegration” versucht in diesem Aufsatz vorhandenes und weiterentwickeltes Wissen über die körpertherapeutische Arbeit an den Gelenken zusammenzufassen und in einen systematischen Kontext zu stellen

Bolen_Gelenk
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Buhl, Heike
Erfahrungsbericht über eine Therapie bei "HIV-positiv"er Diagnose
Heike Buhl, in Berlin praktiziende Ärztin für Orgonmedizin, schildert in dieser Fallgeschichte ihre Erfahrungen einer körpertherapeutischen Begleitung eines HIV-positiven Patienten.

Buhl_HIV Therapie.pdf
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Buhl, Heike
Wenn das Herz zerbricht — Zur Psycho-Energetik des Herzinfarktes
Aus orgonmedizinischer Sicht vertritt Heike Buhl in diesem kurzen Beitrag einige grundsätzliche Überlegungen zur bioenergetischen Bedeutung des Herzinfarktes.

Buhl_Herzinfarkt.pdf
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Costa, Isaias Psychotherapie und Wissenschaft
steht hier stellvertretend für eine nachdenklich-kritische Positionierung gegenüber “der Wissenschaft” und dem Fetisch “Wissenschaftlichkeit”. Dieser Beitrag des ehemaligen Physikers Costas ist ein anregender Beitrag zur “Energiediskussion”.
Psychotherapie und Wissenschaft.pdf
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DeMeo, James
Empfängnisverhütungsmittel bei Naturvölkern
James DeMeo, exponierter Vertreter der Orgonomie in den USA, hat in diesem Aufsatz Materialien über Traditionen natürlicher Empfängnis-Verhütungsmethoden bei Naturvölkern in Gegenwart und Vergangenheit zusammengestellt und aus orgonomischer Sicht interpretiert.

DeMeo_Empfängnisverhütung.pdf

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Fritz, Markus Über Edward Solomon: Saturns Schatten. Die dunklen Welten der Depression
Markus Fritz rezensiert hier ausführlich und differenziert das 2001 erschienene mögliche psychotherapeutische neue Standardwerk zur Depression und depressiven Störungen. Rezension_Solomon.pdf
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Fuckert, Dorothea
Persönlichkeitsentwicklung, Trauma und Sexualität in der Nachfolge der Schule Wilhelm Reichs - Ein integratives körperpsychotherapeutisches Modell
Die Autorin erläutert ihr Verständnis des Reichschen Erbes im Kontext neuerer psychotherapeutischer Erkenntnisse.

Fuckert_Reich.pdf
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Geißler,
Peter Peter Geißler: Intersubjektives Feld, Vitalitätskonturen, präsentisches Verstehen und “Now-moments” ist ein Arbeitspapier, das der Autor im Februar 2002 verfasste, um unter Einbeziehung von Verkörperung und Handlung das intersubjetive Feld, das in der Selbstpsychologie in der Tradition von Kohut bekanntlich eine große Rolle spielt, begrifflich zu erweitern unter Berücksichtigung der Erfahrungen der Mikroanalyse aus der modernen Säuglingsforschung. Geissler_Erste Ueberlegungen.pdf
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Geißler,
Peter

Peter Geissler: Der Körper als Ort der Beziehungsinszenierung und Arbeit IN der Übertragung, Arbeit AN der Übertragung sind zwei kurze, prägnante Arbeitspapiere des Autors jüngeren Datums, die neue Sichtweisen zur Diskussion stellen.
Geissler_Beziehungsinszenierung
Geissler_Uebertragung

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Geißler,
Peter Peter Geißler: Der präverbale Handlungsdialog -Videomikroanalyse der frühen Interaktion
als Ausgangspunkt für eine erweiterte Betrachtung unbewusster Prozesse. In diesem Vortragstext untersucht der österreichische Psychotherapeut, Mitbegründer des österreichischen Arbeitskreises für analytische körperbezogene Psychotherapie die Relevanz moderner mikroanalytischer Untersuchungsverfahren für die körperorientierte Psychotherapie. Geissler_Mikroanalyse.pdf
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Geißler,
Peter
Peter Geißler: Prä- und nonverbale Interaktion. Die Videomikro-analyse als Basis für neue körperpsychotherapeutische Konzeptbildung.
Auch dieser Vortrag des Autors befasst sich mit möglichen Konsequenzen der modernen Videomikroanalyse für die körperpsychotherapeutische Theoriebildung und Praxis.

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Geißler,
Peter Peter Geißler: Was ist Regression?
In diesem Vortrag unternimmt es Peter Geißler den Regressionsbegriff historisch und vor allem auch auf dem Hintergrund der modernen Säuglingsforschung zu definieren und in seiner Bedeutung für die Psychotherapie sichtbar zu machen. Geissler_Regression.pdf
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Geißler,
Peter Peter Geißler: Auf den Spuren von Ferenczi, Balint und Winnicott. Liebe und Hass in einem für körper- und handlungsbezogene Intervention offenen Setting.
Die Ergebnisse der modernen Säuglingsforschung biieten nach Auffassung des Autors Anlass, auf Ansätze psychoanalytischer Pioniere wie Ferenczi, Balint und Winnicott zurückzugreifen, die das traditionelle analytische Setting entscheidend erweiterten. Geissler_Spuren.pdf
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Geister, Herwig Aspekte des Realitätskontakts
Der Berliner Körpertherapeut Herwig Geister versucht in diesem Beitrag die traditionellen Modelle des organismisch-energetischen Pendents zum Realitätskontakt, Augenkontakt und Erdung der Beine, gegenüberzustellen und in ihrer körpertherapeutischen Bedeutung zu würdigen. Geister_Aspekte des Realitätskontakts.pdf
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John-Weinzierl, Barbara
Psychotherapie und Spiritualität: Unterschiede und Gemeinsamkeiten
Wie weit sind die grundlegenden Modelle von Psychotherapie und Spiritualität eigentlich voneinander entfernt. Barbara John-Weinzierl zeigt, dass gerade in letzten Jahren ihre gemeinsamen Grundannahmen weiter in den Vordergrund der Sichtbarkeit gerückt sind, wenn auch nicht immer im Bereich des Wahrnehmbaren.

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Juchli, Ernst
Der Energiebegriff in der Körperpsychotherapie
In diesem Beitrag fasst Ernst Juchli die Ergebnisse der sog. “Energie-Arbeitsgruppe” der EABP-CH (Europäische Assoziation für Körperpsychotherapie - Sektion Schweiz) zusammen, die unter dem Stricht eine überaus kritische, aber auch nachdenklich stimmende Position zum Energiebegrirff in der Körperpsychotherapie einnimmt. Sie hierzu auch den Artikel von David Boadella

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Karlewski, Gitta
Reichianische Körpertherapie mit sexuell mißbrauchten Frauen
Gitta Karlewski, eine in Berlin ansässige feministich-orientierte Körpertherapeutin, hat in diesem Beitrag ihre körpertherapeutischen Erfahrungen mit sexuell missbrauchten Frauen eindrucksvoll zusammengefasst.

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Keleman, Stanley
Die Stadien der Liebe
Die vorgelegten Texte stellen den Vorabdruck einiger Abschnitte aus Stanley Keleman neuem Buch dar, das im September 2002 im Ulrich Leutner Verlag, Berlin, erscheinen wird. Die Texte beginnen mit einer Kurzbiografie von Stanley Keleman. Zur Orientierung des Lesers folgt das Inhaltsverzeichnis des Buches. Das Nachwort der Übersetzerinnen gibt einen guten inhaltlichen Einstieg in die Lehre von Keleman. Daran schließt sich der Text “Die Stadien der Liebe” an.

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Krall, Stefan
Wilhelm Reich - Entdecker der primären Biogenese? Zur Urzeugungstheorie
Die mikrobiologische Bionforschung Wilhelm Reichs aus den 30er Jahren ist eine der bis heute überaus umstrittenen Arbeiten, die er in seinem Buch “Die Bione” zusammenfasste. Stefan Krall unternimmt es differenziert und kenntnisreich, die Bedeutung dieser Forschung nicht nur im Kontext von Reichs Theoriebildung einzuodnen.

Krall_Biogenese.pdf
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Lehmann, Peter
Behandlungsergebnis Selbsttötung. Suizidalität als mögliche Wirkung psychiatrischer Psychopharmaka
Bewirken Psychopharmarka eine signifikante Zunahme der Suizidalität von Patienten? Peter Lehmann präsentiert Forschungsergebnisse und Argumente, die nachdenklich stimmen.

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Leinders, Günter
Körpertherapie in der Altenarbeit
Der bedeutendste Teil des körpertherapeutischen Wissens parc harry potter bezieht sich auf die Arbeit mit Erwachsenen zwischen 20 und 60 Jahren. Die Bereich darunter und darüber sind weniger erforscht. Um so erfreulicher, dass Günter Leinders hier seine jahrelangen praktischen Erfahrung in der körpertherapeutischen Arbeit mit Senioren vorstellt.

Leinders_Altenarbeit.pdf
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Molter, Haja
Es könnte auch ganz anders sein
Die Familienaufstellungen von Bernd Hellinger sind eine aufsehnerregende therapeutische Modeerscheinung und erwecken ebensolche spektakulären Heilserwartungen. Es gibt neben aller Begeisterung allerdings auch kritische Stimmen über sein Modell. Haja Molter ist eine davon. Der Autor ist zudem einer “aus dem eigenen Stall”, nämlich ein erfahrener Familientherapeut und systemischer Ausbildungsleiter…

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Müschenich, Stefan Michael Gershon: Der kluge Bauch - Die Entdeckung des Zweiten Gehirn
lautet der Titel eines aufsehenerregendes Buchs, dem zwar die Zeitschrift GEO vor einiger Zeit eine ganze Titelgeschichte widmete, das aber in der Orgonomie noch wenig diskutiert wird, obwohl es in wichtigen Punkten Forschungen Reichs untermauert. Stefan Müschenich, einer der wenigen orgonomischen Ärzte in Deutschland, stellt uns das Buch sachkundig vor. Der kluge Bauch.pdf
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Muths, Christa

Kapitulation Krankheit? Kriegssprache in der Medizin
Das Sprache und Wort Realität nicht nur spiegeln, sondern auch erzeugen, solche Thesen erhalten beklemmende Aktualität, wenn man den Beitrag von Christa Muths liest, der die Sprache der Medizin nach ihren zugrundeliegenden Weltsichten analysiert.

Muths_Kriegssprache.pdf
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Nasselstein, Peter
Buchbesprechung über “Orgonenergie: Geballte Lebensenergie…”
Peter Nasselstein, in Hamburg ansässiger Reich-Kenner, hat das Standardwerk zur Anwendung des sog. Herbert-Strahlers, eines von Arno Herbert entwickleten sog. Orgonstrahlers, das von Günter Harnisch verfasste Buch “Orgonenergie - geballte Lebensenergie - die heilende Wirkung des Orgonstrahlers” kritisch unter die Lupe genommen.

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Nasselstein, Peter
Buchbesprechungen zur Orgonomie und Umfeld I
Eine Sammlung von Rezensionen zur Orgonomie und Umfeld v.a. aus den 80er und 90er Jahren, die einen guten Einblick in die Rezeption Reichs und seine Probleme gibt (Teil 1-3).Robinson: The Freudian Left, Kornbichler: Wilhelm Reich, DeMarchi: Der Urschock, Körner-Wellershaus: Wilhelm Reich,
Conger: Jung & Reich, Mann/Hoffman: Wilhelm Reich, Constable: The Cosmic Pulse of Life, Collins: The Circlemakers.

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Nasselstein, Peter
Buchbesprechungen zur Orgonomie und Umfeld II
(Teil 4-5): Beeler: Der Irrationalismus in der Menschenmasse; Maaz: Der Gefühlsstau; Rattner: Klassiker der Tiefenpsychologie; Konitzer: New Age;
Shallis: Elektro Schock; Wilson: Die neue Inquisition; DeMeo: Der Orgonakkumulator; Fischer: Lebensenergie aus der Atmosphäre; Das Plocher-Energiesystem; Jörgenson: Ein Überblick über die Grauzone in der Wissenschaft; Cantwell: The Cancer Microbe

nasselstein_rezensionen2.pdf
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Niedermeier, Ernst
Wilhelm Reich zur Einführung
Dieser bisher in Printmedien unveröffentlichte Text eignet sich als grundlegende Einführung in die Arbeiten von Wilhelm Reich und gibt einen anschaulichen und verständlichen Überblick in die Vielfalt seiner Forschungen und Erkenntnisse.

Niedermeier_WR.pdf
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Rackelmann, Marc
Wilhelm Reich und der Einheitsverband für proletarische Sexualreform
Wilhelm Reich war auch als Politiker durchaus exponiert. In den 30er Jahren besaß er großen Einfluss auf die von Kommunisten und Sozialdemokraten domonierten sexualpolitischen “Massenorganisationen”. Seine Sexpol-Plattform war ein Versuch, diese zu vereinheitlichen. Marc Rackelmann hat nach der Wende in den Archiven des ZK der KPD geforscht und erstaunliches, auch über die Rolle von Wilhelm Reich, zutage gebracht.

Rackelmann_Sexpol.pdf
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Reich, Eva
Schwangerschaft, Geburt und Selbststeuerung
Eva Reich, die Tochter von Wilhelm Reich, ist viele Jahre um die Welt gereist, um in verschiedenen Kulturen und Ländern für die Selbststeuerungs-Prinzipien in Schwangerschaft, Geburt und frühkindlicher Erziehung einzutreten. Dieser Vortrag fasst zusammen, was sie zu diesen Themenbereichen zu sagen hat. Siehe auch das Porträt von Eva Reich von VKD.

Reich_Schwangerschaft
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Schweigstill, Christof
Auszug aus “Bonding”: Embryologie und Charakter
Auszug aus Christof Schweigstills Diplomarbeit “Bonding - körpertherapeutische Äquivalente zum frühen Mutter-Kind-Kontakt”, der die Grundlagen der Embryologie für die Körperpsychotherapie kurz und prägnant zusammenfasst.

Schweigstill_Embrylogie und Charakter.pdf
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Seiler, Hanspeter
Raum, Zeit, Leben und Materie. Geschichte und neue Perspektiven der Ätherwirbeltheorie
Die Äthertheorien, also die Vorstellung, dass der Kosmos von einer Substanz, dem Äther, erfüllt ist, hat eine lange Tradition und wurde erst durch die Relativitätstheorie von Albert Einstein mathematisch widerlegt. Seiler lässt die Gemeinsamkeiten und Unterschiede der Äthertheorien an unserem geistigen Augen vorbeiziehen und diskutiert ihre Relevanz für unser physikalisches Weltbild heute, u.a. auch aus orgonomischer Sicht.

Seiler Aetherwirbeltheorie.pdf
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Senf, Bernd
Orgonakupunktur - Synthese von Orgonforschung und Akupunktur
Ein Grundlagenartikel, der eher historische Bedeutung hat, da er bereits vor Jahrzehnten die gemeinsamen Wurzeln von Orgonomie und Akupunktur aufdeckte und zur Diskussion stellte.

Senf_Orgonakupunktur.pdf
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Smith, Michael
Die orgonotische Funktion von Fallangst
Michael Smith, Begründer des SKAN-Modells der Körpertherapie, hat leider keine schriftlichen Formulierungen seines Körpertherapiemodells hinterlassen. Der vorliegende Beitrag ist die schriftliche Fassung einer Lecture von Michael Smith, die VKD 1987 in Absprache mit Michael im Ströme-Rundbrief veröffentlichte und ins Deutsche übersetzte. Mehr als ein historisches Dokument, das die Substanz der Smithschen Reich-Rezeption und die biologische Tiefe seines orgonomischen Verständnisses spiegelt.

Smith_Fallangst.pdf
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Sollmann,
Ulrich

Ulrich Sollmann: Knapp lebendig
ist eine kompakte Zusammenfassung der körpersprachlichen Analysen, die der Bionenergetiker in den letzten Wochen und Monaten in den Massenmedien in Zusammenhang mit dem Wahlkampf von Schröder und Stoiber, u.a. im ZDF und in diversen Interviews, geliefert hat.

Sollmann_Knapp lebendig.pdf
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VKD
Süße im Leben
Der Autor skizziert aus einer etwas ungewöhnlichen Betrachtungsweise heraus das Phänomen der Süße im Leben des Menschen. Er findet das Süße als Teil der menschlichen Natur im Baby und beim Erwachsenen in der herzverbundenen Sexualität wieder.

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Die energetische Wahrheit des Herzens
Das elektromagnetische Feld des Herzens ist 5000 mal stärker als das des Gehirns. Welche Funktion könnte dies haben? VKD fasst in diesem kurzen Einführungsartikel die Grundannahme eines energetischen Modells vom Herzen zusammen, das auf den Grundannahmen der Kardioenergetik und der Orgonomie basiert.

vkd_Herzartikel Sein
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Zwischen Orgon, Herzcode und Spiritualität
Ein Einführungsartikel in die Grundelemente der seinsorientierten Körpertherapie Orgontik, in dem der Autor die Erkentnisse der Orgonomie Wilhelm Reichs und die Kardioenergetik eines Paul Pearsall mit den Erkenntnissen der Säuglingsforschung und transpersonalem Wissen zusammenführt.

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VKD
Ausdrucksbewegung und Berührung des Herzens
In diesem Beitrag widmet sich der Autor den bio-emotionalen Ausdrucksbewegungen des Herzens, insbesondere dem Energiefluss zwischen Herz und Händen und entwickelt Kategorien einer für die Körpertherapie bedeutungsvollen Differenzierung zwischen liebevoller und liebender Berührung.

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VKD
Beschämung, Scham und die Stimme des Herzens
Dies kurze Kapitel aus dem Buch “Herz und Halt - Einführung in die seinsorientierte Körpertherapie” thematisiert entwicklungspsychologisch das Drama der Entstehung von Scham als Erfahrung einer “Beschämung des Herzens” in der kindlichen Entwicklung.

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VKD
Die Vertreibung aus dem Paradies
Diese Skizze fügt eine weitere Variante des Dramas um die Beschämung der Stimme des kindlichen Herzens hinzu, unternimmt dies in jenem leidenschaftlichen Engagement des Autors für die Würdigung der organismischen Wahrheit des Kindes und der Stimme seines Herzens.

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VKD
Einige Grundelemente der Orgontik
Kapitelauszug aus dem Buch “Herz und Halt - Einführung in die seinsorientierte Körpertherapie”, der die psychologisch-energetischen Grundelemente der seinsorientierten Körpertherapie ableitet und praktisch verständlich macht: Einstimmung, Gefühlsanklang und Zuwendung.

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VKD Es ist an der Zeit Inventur zu machen
Der Autor nennt seinen Beitrag “Plädoyer für eine konstruktive Diskussion über den Energiebegriff in der Körperpsychotherapie” und weist auf das schwierige Erbe in dieser Frage hin, das Wilhelm Reich der Körperpsychotherapie hinterlassen hat. vkd_energiebegriff.pdf
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VKD
Eva Reich, ein Leben für die Rechte der Kinder
Ein Porträt von Eva Reich, der Tochter von Wilhelm Reich, das VKD vor vielen Jahren für die Zeitschrift Emotion verfasste. Vergleiche auch den Beitrag von Eva Reich zur Selbststeuerung auf dieser Seite.

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VKD
Gute Zeit ins Licht zu treten
Aspekte des Abgespaltenen im Begriff “Körperpsychotherapie” ist ein Beitrag von VKD, der Ende der 80er Jahre die öffentliche Diskussion um die Gründung der EABP bestimmte, welche in der von ihm herausgegebenen Zeitschrift “Ströme - Rundbrief Reichianische Körperarbeit” und der von David Boadella editierten “Energie und Charakter” tobte. Eine visionäre Auseindersetzung mit der damals erstmals evident gewordenen “Psycho-therapeutisierung” der Körpertherapien und ihrem Fetisch Organisation.

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VKD
Körperpsychotherapie: zur Geschichte einer postmodernen Begriffsbildung
Ein weiterer Beitrag zu der o.a. Debatte war dieser Artikel, der die historischen und inhaltlichen Spuren des Begriffes “Körperpsychotherapie” auf deren Substanz hin abklopft und zu ernüchternden Ergebnisssen gelangt.

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VKD
Franz Anton Mesmer - Pionier der modernen Körpertherapien
Dass Franz Anton Mesmer so etwas wie der erste europäische Körper-therapeut der Neuzeit war, der mit einem ausgefeilten energetischen Modell arbeitete, das in vielen Details dem Wilhelm Reichs ähnelte, ist auch unter Körperpsychotherapeuten kaum bekannt. Der Autor hat sich auf die Spurensuche begeben und kann manches Missverständnis, bezogen auf Mesmer und seine Methode des animalischen Magnetismus korrigieren.

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VKD
Notiz zum sexuellen Missbrauch
Dass es bei der Diskussion um den sexuellen Missbrauch nicht nur um die Überschreitung der körperlichen Identität eines Kindes geht, thematisiert diese kurze Notiz. Der Autor fragt, was es eigentlich für die Beziehung eines betroffenen Menschen zur Stimme seines Herzens bedeutet, sexuell missbraucht worden zu sein.

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VKD
Notizen zur Berührung in der seinsorientierten Körpertherapie
Der Autor unternimmt es, die spezifischen Elemente und Qualitäten von Berührung in den verschiedenen Phasen des körpertherapeutischen Prozesses zu beschreiben und in ihrer Bedeutung für den Transformationsprozess des Klienten zu würdigen.

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VKD
Orgontik: Weg zum Herzen, Weg zum Selbst
Ein kurzer Einführung-Artikel in die Grundelemente der seinsorientierten Körpertherapie, verfasst für die Zeitschrift SEIN.

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VKD
Geheimnis der VOPs oder Wahrheitskrämer auf dem Psychomarkt der Eitelkeiten
Eine Glosse, in dem sich der Autor mehr oder weniger ernsthaft mit bestimmten Übertragungsmustern und Verhaltensritualisierungen in der Körpertherapieszenerie befasst, die durchaus auch kritische Elemente enthält, die nachdenklich sitmmen sollten. Letztlich wird hier die Frage nach der narzisstischen Wunde der Therapeuten angerissen und wie diese auf eine ganzen “Stamm” bzw. Schule wirken kann.

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VKD
Aufregende Fragen zur falschen Zeit
Eine knappe, differenziert kritische und würdigende Auseinandersetzung mit dem Werk Wilhelm Reichs, die der Autor anlässlich des 100. Geburtstages von WR in einer süddeutschen Tageszeitung publizierte. Auch durchaus geeignet für einen kurzen, nicht-dogmatischen Einstieg in Leben und Werk von Wilhelm Reich.

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VKD
Dem Menschen begegnen
Kurzfassung des Beitrags “Zwischen Orgon, Herzcode und Spiritualität”, diesmal für die Zeitschrift Körper, Geist, Seele redigiert.

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Wehowsky, Andreas
Imagination in der Somatischen Psychotherapie
Der Autor analysiert in diesem Beitrag die Funktionen der Imagination für die körperorientierte Psychotherapie und begreift sie als kulturübergreifende Spache die Zugänge zu den Wirklichkeiten jenseits des Physischen öffnet.

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Wehowsky, Andreas
Atem-Dialoge. Muster des Atems als Muster der sozialen Bindung
Ausgangspunkt ist die Atemlosigkeit des Narziss, die narzisstische Selbstverlorenheit bedarf nicht der Atmung als verbindendes Element zur Lebens- und Beziehungsumwelt. Der Autor rückt auf diesem Hintergrund Atem und Muster des Atems für das soziale Leben und die körpertherapeutischen Herangehensweise in ein neues Licht.

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Wehowsky, Andreas
Die Kultivierung von Erdung, Zentrierung und Anschauung
Erdung, Zentrierung und Anschauung sind wesentliche theoretische Elemente der Biosynthese, des von David Boadella entwickelten körpertherapeutischen Modells. Der Autor diskutiert die Tiefe und Vielschichtigkeit dieser Elemente und erweitert sie in Hinblick auf die spirituellen Dimensionen unserer Existenz.

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Wehowsky, Andreas
Grundlagen spiritueller Entwicklung in der Körperpsychotherapie
Ein Grundlagenartikel zur Frage nach den spirituellen Dimensionen und Potentialen der Körperpsychotherapie, wobei der Autor betont, dass es nicht darum gehen kann, beide Welten zu verschmelzen oder hier eine rein therapeutisch-technische Position einzunehmen.

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Wehowsky, Andreas
Entwicklung und Entdeckung
Kenntnisreich stellt der Autor die Frage nach den anthropologischen Voraussetzungen psychotherapeutischer und körpertherapeutischer Arbeit. Sein exzellentes Wissen über die geistesgeschichtlichen, philosophischen und spirituellen Vorstellungen der Vergangenheit und unterschiedlicher Kulturen zeigt, dass die Körpertherapie sich durchaus als in zugehörig zu einer langen Traditionslinie von Erkenntnissuchern zuordnen darf.

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Wehowsky, Andreas
Zur Selbstverständlichkeit der Körperpsychotherapie
Der Autor diskutiert die Geschichte der Psychotherapie unter dem Aspekt der Präsenz der Körpers und zeigt, dass historisch die Einbeziehung des Körpers ein durchaus selbstverständlicher Ansatz der Psychotherapie war. Er begreift Körperpsychotherapie als Möglichkeit, über gelebte Erfahrung vorhandene körperlich-seelische Schemata zu transformieren.

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Wildt, Andreas
Stirb und werde! Die Vergegenwärtigung des eigenen Todes in spirituellen Traditionen und in der zeitgenössischen Psychotherapie.Das Sterben ist nicht nur ein auffälliges Tabu in unserer eigenen Kultur, sondern es bildet demgegenüber auch ein auffälliges Sujet in anderen Kulturen und ihren spirituellen Traditionen. Andreas Wildt folgt diesen Spuren in seinem Beitrag.

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Wittmann, Susanne
Was ist aus den Trobriandern geworden? Das Volk der Trobriander heute
Die Trobriander waren eine Südseevolk, das der Ethnologe Malinowski und auf ihn rekurrierend Reich als Übergangsgesellschaft zwischen Matriarchat und Patriarchat ansah. Die Autorin fragt, was aus dieser Volksgruppe heute geworden ist und findet Erstaunliches.

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Wittmann, Susanne
Die Credé-Prophylaxe und ihre Alternativen
Die Autorin fragt nach Sinn und Unsinn der sog. Credé-Prophylaxe, die an Neugeborenen vollzogen wird (Augentropfen zur Vermeidung Übertragung des Syphilis-Erregers) und erörtert Alternativen.

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Last Will and Testament of Wilhelm Reich
Das Testament von Wilhelm Reich im Original korrigiert mögliche Mythen und Irrtümer.

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